Sechs Bücher vom Staat - Marcus Tullius Cicero - Страница 1 из 311


über Cicero und seine philosophischen Werke urtheilen wie man
will: Eine sehr gute, und von übertriebenem Lob und Tadel
gleichweit entfernte, Schilderung der Verdienste Cicero's um die
Philosophie haben wir neulich von Raphael Kühner erhalten: (
M. T. C. in philosophiam ejusque partes merita. Hamb. 1825.
8.) eine gekrönte Preisschrift. auf jeden Fall wird man in ihm
einen Denker, obgleich mehr einen Nachdenker, als einen Vordenker,
achten und anerkennen müssen. Hat er in seinen rhetorischen und
philosophischen Werken im Allgemeinen meistens die dialogische Form
der Platonischen Werke zum Muster genommen, ohne jedoch den Redner
verläugnen zu können und zu wollen, und finden wir bei ihm
durchaus ein Bestreben, die Wissenschaft der Griechen mit eklektischer
Vielseitigkeit auf Römischen Boden zu verpflanzen, oft (wie
zwischen den Akademikern und Peripatetikern) mit der Absicht,
vermittelnd und versöhnend auftreten zu wollen, oder noch lieber
zu beweisen, daß gar keine Vermittelung und Versöhnung
nöthig sey, weil sie nur in Worten, nicht in der Grundansicht von
einander abweichen; S. hierüber das 5te Buch des
Ciceronischen Werkes vom höchsten Gut ( De Finibus Bonorum
et Malorum), besonders die Einleitung, und von den Pflichten
III, 4. so erblicken wir ihn in den Werken vom Staat und von den
Gesetzen, schon in dem Titel beider Werke, recht eigentlich als
Nachahmer seines Lieblings, oder vielmehr fast seines Abgottes, Plato.


-10     пред. Страница 1 из 311 след.     +10