Vom Schicksal - Marcus Tullius Cicero - Страница 1 из 76


über das Wesen der Gottheit und über die Weissagung, schien
dem Cicero auch eine Beleuchtung der Lehre vom Schicksal nöthig.
Er hatte über diesen Gegenstand Schriften von Posidonius,
Chrysippus, Kleanthes, Diodorus und Carneades vor sich, deren
Ansichten, außer der des Letztern, ihn nicht recht befriedigten.
Er stellt also in dieser mit Scharfsinn abgefaßten und nicht
blos auf der Oberfläche des Gegenstandes verweilenden Schrift, in
einem mehr acroamatischen als dialogischen Vortrage seine Ansichten
besonders dadurch auf und fest, daß er die der Andern
bestreitet, oder vielmehr in ihrer Nichtigkeit und ihrem innern
Widerspruche darstellt. Daß das Buch am Anfang, in der Mitte und
am Ende verstümmelt ist, gibt der Augenschein. Was und wie viel
aber fehlt, läßt sich schwer bestimmen, Einiges allenfalls
aus dem noch vorhandenen Buche Plutarchs über denselben
Gegenstand ergänzen. Cicero spricht hier auf seinem Landgute bei
Puteoli, wo er sich nach Cäsars Tode im April und Mai des Jahres
der Stadt siebenhundert und neun aufhielt, mit seinem Freunde, dem zum
Consul ernannten Hirtius. Der Gang der Untersuchung, so weit sie uns
noch vorliegt, ist folgender. Cap. 1. 2. Angabe des
Gegenstandes, seiner Hauptpunkte und der für nothwendig
erachteten Form. Cap. 3. Andeutung einer Einwendung gegen die
Ansicht des Stoikers Posidonius, und der Ablehnung eines Schicksals in
dem Sinne, wie Dieser es auffaßte.


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