Gedichte - Matthias Claudius - Страница 1 из 27


Vom Weibe wunderbar
Kömmt er und sieht und höret
Und nimmt des Trugs nicht wahr,
Gelüstet und begehret
Und bringt sein Tränlein dar,
Verachtet und verehret,
Hat Freude und Gefahr,
Glaubt, zweifelt, wähnt und lehret,
Hält nichts und alles wahr,
Erbauet und zerstöret
Und quält sich immerdar,
Schläft, wachet, wächst und zehret
Trägt braun und graues Haar.
Und alles dieses währet,
Wenn's hoch kommt, achtzig Jahr.
Denn legt er sich zu seinen Vätern nieder,
Und er kömmt nimmer wieder. Matthias
Claudius Fuchs und Pferd Einst wurden Fuchs und Pferd,
warum, das weiß ich nicht, auch hat es mich verdrossen,
denn mir sind beide Tiere wert,
in einen Käficht eingeschlossen.
Das Pferd fing weidlich an zu treten
für Ungeduld und trat
den armen Rein'ke Fuchs, der nichts an Füßen hat.
»Das nun hätt' ich mir wohl verbeten,
tret' Er mich nicht, Herr Pferd! ich will Ihn auch nicht
treten.« Hochzeitlied    
      Stand ein junges Veilchen auf der Weiden,
Lieb und herzig, in sich, und bescheiden;
    Und ein wackrer Jüngling über Land
    Kam hin, da das Veilchen stand. Und er sah
das Veilchen auf der Weiden
Lieb und herzig, in sich, und bescheiden,
    Sah es an mit Liebe und mit Lust,


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