Gedichte - Michael Georg Conrad - Страница 1 из 4


so, mein Vater,
zu jeder Zeit des Jahres, so oft ich dein gedenke:
als Säemann. Und deine Söhne, groß
und schlank wie du,
ganz dein verjüngtes Bild,
barhäuptig und barfuß
am Pflug. Ein breiter Acker,
aus der Mulde, die so windstill,
nach der Höhe, luftig bewegt. Lang am Wald
hin
dunkle Eichen und helle Birken,
und wilde Heckenrosen am Rain
in runden Büschen,
an den Dornen Wollen-Flöckchen. Die frisch
gebrochenen Furchen braun
und dampfend im herben, würzigen Frühwind.
Hinter uns stolzierend
der schwarzglänzende Rabe,
emsig im Spähen nach des Engerlings fettem Wurm.
Weiße Wolken
als träumende Schäfchen
hinziehend am hohen Himmel. Du in langen Schritten
gradaus,
kräftig atmend,
das Auge hell und fest. Kuckucksruf aus dem Wald:
Du blickst uns an und lächelst schalkhaft.
Wir klopfen dreimal an die Tasche. Nun gürtest
du um den Leib
den grauen, körnerschweren Samensack.
Der rechte Arm,
nackt bis zum Ellenbogen,
mit flatterndem Ärmel,
geht im Schwung mit dem Schritt.
Aus der Hand fliegen sausend im Bogen
die Körner, sorglich erlesen,
glatt und prall und glänzend in Keimkraft.


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