Vierzeiler des Chajjam - Omar Chajjam - Страница 1 из 26


im Zwielicht noch versenkt,
Rief's eines Tages: »Den Schritt zur mir gelenkt!
Kommt, junge Zecher! Narren, füllt den Becher,
Eh' voll den Becher euch das Schicksal schenkt!« * O,
du im All, Idol du meiner Wahl,
Mir mehr als Seele und der Augen Strahl;
Das Köstlichste – so sagt man – sei das Leben!

Du bist mir köstlicher als dies noch hundertmal. * Wer
hat dich Trunknen denn durch diese Nacht,
Den Schleier lüftend, zu uns hergebracht?
Wer schließlich heißt dich eilig, gleich dem Winde,
Das Feuer schüren, längst vor dir entfacht? *
Nichts gibt die Welt als Gram und Herzeleid;
Nur Kummer ist die kurze Spanne Zeit.
Der Schöpfung Dunkel ward uns nie erklärt,
Und kaum geahnt, heißt's: »Auf, mach dich bereit!«
* Um Gottes Will'n! Am Trödel hängt ihr nur,
Im Unglückshause dieser Erdenflur!
Mich nennt ihr trunken! – Steigt zu meiner Höhe,
Und dann bekennt: »Von Schenke keine Spur!« *
Hoch gilt der Koran, heilig weit und breit,
Doch liest man ihn nur bei Gelegenheit;
Indes' am Kelchrand lichtvoll steht ein Verschen,
Das liest man gern und oft, zu aller Zeit. * Schilt
nicht die Trunknen, weil du trinkst nicht Wein!
Will dies dein Gott, dann ist er mir zu klein.
Und dann: Just dir, wie schlecht steht dir's zu prahlen,«


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