Pfaffenspiegel - Otto Julius Bernhard von Corvin-Wiersbitzki - Страница 1 из 549


heiligster Vater,
dieses Büchlein gefallen und Du
mir solches öffentlich zu erkennen
geben, so will ich mich bemühen,
mit ähnlichen Geschenken aufzu-
warten.« Ulrich von Hutten
Vorreden Aus der Vorrede zur ersten Auflage (1845)
Die Welt ist schon oft mit einem Narrenhause verglichen worden. Der
Vergleich ist für uns nicht schmeichelhaft, aber leider ist er
passend. Schauen wir um uns! Wo wir hinsehen, finden wir die
charakteristischen Kennzeichen eines Tollhauses ... Dort erblicken wir
hochmütige Narren, die sich für die Herren der Welt halten
und steif und fest glauben, Gott habe dieselbe mit allen Menschen nur
zu ihrem Privatvergnügen geschaffen; vor ihnen liegen Millionen
noch größerer Narren im Staube, die ihnen glauben und
demutsvoll gehorchen. Dort sitzt ein anderer und nennt sich
Vizegott. Er liebt das Geld wie ein altrömischer Statthalter, und
die Menge rennt herbei und füllt ihm die Taschen mit Gold,
wofür er ihr Einlaßkarten – zum Himmel gibt. Dort
knien Tausende anbetend vor einer Bildsäule, dort vor einer
Schlange, dort vor einem Ochsen. Jene beten die Sonne an, diese den
Mond, andre das Wasser. Seht euch diese Leute genauer an, denn von
ihnen handelt dies Buch. Ihr findet unter ihnen Wahnsinnige von allen
Graden, vom rasend Tollen bis zum armen Blödsinnigen, der unter
Zittern und Zagen seinen Rosenkranz betet und beständig


-10     пред. Страница 1 из 549 след.     +10