Briefe von Annette von Droste-Hülshoff und Levin Schücking - Annette von Droste-Hülshoff - Страница 1 из 374


von Annette von Droste-Hülshoff an Levin Schücking
geschriebenen Briefe übergeben, die sich in seinem Nachlasse
vorfanden. Leider haben sich von seinen eigenen an die Dichterin
gerichteten nur einzelne und auch diese nicht immer vollständig
erhalten. So sind es vor allem die mit der mikroskopisch kleinen
Schrift Annettens bedeckten Blätter, denen wir den Einblick in
ein Freundschaftsverhältnis verdanken, das nicht nur für das
Schaffen der Dichterin die höchste Bedeutung gewann, sondern das
auch eine Kraft der Empfindung, einen Reichtum des Gemüts in sich
barg, wie sie der moderne Mensch in seiner Unrast und Zersplitterung
nur schwer nachzufühlen vermag. Annette von Droste war um
viele Jahre älter als ihr junger Freund. In einem nach ihrem Tode
in Memoriam geschriebenen BüchleinL. Schücking, Annette von
Droste. Ein Lebensbild. Hannover, Carl Rümpler, 1862; zweite
Auflage, 1871. sowie in seinen »Lebenserinnerungen«
berichtet Levin Schücking von seinem ersten Besuche, den er im
Jahre 1830 als Münsterscher Gymnasiast der Freundin seiner Mutter
machte. Erst acht Jahre später, als er seine juristischen Studien
beendet hatte und in die Heimat zurückgekehrt war, trat er
Annetten näher. Ein reger persönlicher Verkehr entspann
sich. Allwöchentlich am Dienstage wanderte er um die
Nachmittagszeit hinaus nach dem ungefähr eine Stunde westlich von
Münster gelegnen kleinen Edelhofe Rüschhaus, wo die


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