Das Hospiz auf dem Großen St. Bernhard - Annette von Droste-Hülshoff - Страница 1 из 84


Großen St. Bernhard Anmerkung: Die Autorin plante
Veränderungen an verschiedenen Versen. Die zur Streichung oder
Korrektur vorgesehenen Verse stehen in Klammern.
Erster Gesang Zweiter Gesang Dritter Gesang
Erster Gesang        
          Die Sonne hat den Lauf
vollbracht,
Schon spannt sie aus ihr Wolkenzelt;
So manche Trän' hat sie bewacht,
So manchem Lächeln sich gesellt;
Um Sel'ge hat ihr Strahl gekräuselt,
Wo süß versteckt die Laube säuselt,
Und hat die Totenbahre auch
Gesegnet mit dem frommen Hauch;
Nun einmal ihres Schleiers Saum
Noch gleitet um der Alpen Schaum,
Und in des Schneegestäubes Flaum,
Das an Sankt Bernhards Klippe hängt,
Der matte Hauch sich flimmernd fängt. Dort, wo
es, aus des Passes Schlunde,
Ums Pain de Sucre macht die Runde,
Berührt ein menschlich Angesicht
Fürwahr zum letztenmal das Licht.
Wie hat der Greis die dürre Hand
So fest um seinen Stab gespannt!
Und wie er so verkümmert steht,
So ganz verlassen um sich späht,
Da ist's, als ob, erstaunt zumal,
Noch zögern will der letzte Strahl.
Schon zog der Aar dem Horste zu,
Und nur die Gems vom Tour des foux


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