Brausejahre - Auguste von der Decken - Страница 1 из 382


sondern ein Roman. Die nochmalige Erwähnung dieser unter
dem Titel stehenden Tatsache erscheint vielleicht befremdlich –
es geschieht, um jene vor dem Buche zu warnen, welche im Zeitbilde die
historische Treue, alles Schmuckes bar, allein gelten lassen; –
da, wo » die alte Schwiegermutter Weisheit«
ungestraft » das zarte Seelchen Phantasie«
beleidigen darf – wird diese Erzählung keine heimatliche
Stätte finden, mißtrauische Blicke werden sie empfangen und
unzufrieden sie entlassen. Allen denen aber, welche der
Phantasie einige Rechte zugestehen, welche mit den Gestalten des
Weimarer Goethe-Kreises in zwanglosem Verkehr vertraut werden und
etwas von dem bunten Treiben einer denkwürdigen Zeit miterleben
möchten, biete ich die »Brausejahre« getrost an.
Daß die Bedeutung des Gegenstandes ein gewissenhaftes Studium
des bisher zugänglichen literarhistorischen Materials erforderte,
bedarf kaum der Erwähnung, denn nur auf dieser Grundlage
konnte ein lebendiges Bild von Zeit und Menschen entstehen.
Möchten viele durch den Roman zur eingehenden Beschäftigung
mit jener interessanten Epoche unserer Literatur angeregt werden!
Diesem höheren Zwecke sollen die »Brausejahre« gern
dienen. A. v. d. Elbe
(A. v. d. Decken). Die
Stätte, die ein guter Mensch betrat,
Ist eingeweiht; nach hundert Jahren klingt


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