Dombey und Sohn - Band 1 - Charles Dickens - Страница 1 из 819


Dickens in den Jahren 1846 bis 1848, also nach den
»Weihnachtserzählungen« und vor »David
Copperfield«. Der damals etwa
Fünfunddreißigjährige, auf der Höhe seines
Schaffens stehend, beschäftigt sich auch hier wieder, wie schon
in seinen früheren Arbeiten, mit den »moralischen
Problemen« des Lebens, wenn man sich so ausdrücken darf.
Die Probleme laufen alle auf die eine Hauptfrage hinaus: Wie ist das
Leben recht zu gestalten, so daß wir nicht im Unmaß
verhärten? Das rechte Maßhalten bedingt den schönen,
wahren und guten Menschen. Aber alles Unmaß ist Sünde und
führt ins Verderben. Unmaß im Besitz führt zur Habgier
und zum Geiz und zu der Vereinsamung, wie sie Scrooge im
»Weihnachtsabend« an sich erfahren hat. Unmaß im
Selbstbewußtsein aber leiten zu Hochmut und Stolz und zu jener
selbstgewählten grausam marternden Einsamkeit, unter deren
Auswirkungen die Kinder des reichen Kaufherrn Dombey so schwer leiden.
Das ganze Werk ist eine großartige psychologische
Darstellung der Geschichte eines solchen stolzen, eisernen Herzens,
das sich mit Hochmut umpanzert, bis die Katastrophe hereinbricht: Wehe
dem Wesen, das nicht zu lieben gelernt hat! Es mag die ganze Welt
gewinnen, sie bleibt äußerer Glanz und erwärmt nicht
sein Inneres. Es mag zuzeiten stolz und unnahbar dastehen und glauben,
die liebende Demut sei Torheit und überflüssig. Aber es wird
erfahren, daß zuletzt aller Hochmut aushöhlt, die Seele


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