Klein Dorrit, Band 2 - Charles Dickens - Страница 1 из 708


Erstes Kapitel. Reisegenossen. Im Herbste des
Jahres krochen Dunkelheit und Nacht zu den höchsten Gipfeln der
Alpen empor. Es war die Zeit der Weinlese in den Tälern auf
der Schweizer Seite des St. Bernhardpasses und an den Ufern des Genfer
Sees. Die Luft war von dem Duft der eingeernteten Trauben
geschwängert. Körbe, Bütten und Kübel mit Trauben
standen in den dunklen Dorftorwegen, verstellten die steilen und engen
Dorfgassen und wurden den ganzen Tag auf Wegen und Straßen hin
und her getragen. Trauben, von den Füßen zertreten und
zerquetscht, lagen überall umher. Die junge Bäuerin, die
sich schwerbeladen nach Hause schleppte, beruhigte ihr schreiendes
Kind mit Trauben. Der Idiot, der seinen dicken Kropf unter der Traufe
der hölzernen Hütte an dem Wege zum Wasserfall sonnte,
saß gierig Trauben kauend da. Der Atem der Kühe und Ziegen
duftete angenehm von dem Laub und den Kämmen der Trauben. Die
versammelten Gäste in jedem kleinen Wirtshause sprachen,
während sie aßen und tranken, von Trauben. Schade,
daß aus dem großen Überfluß nicht etwas Reife
auf den dünnen, harten, steinigen Wein überging, der im
ganzen aus diesen Trauben gemacht wurde! Die Luft war den ganzen
schönen Tag über warm und durchsichtig gewesen.
Glänzende metallene Kirchturmspitzen und Kirchendächer, die
man da und dort in der Ferne sah, hatten die weite Gegend durchblitzt:
und die schneeigen Berggipfel waren so klar gewesen, daß nicht


-10     пред. Страница 1 из 708 след.     +10