Leben und Abenteuer des weltbekannten Seeräubers Bob Singleton - Daniel Defoe - Страница 1 из 282


Seeräubers Bob Singleton Große Männer, deren
Leben merkwürdig gewesen und deren Taten auf die Nachwelt zu
kommen verdienen, pflegen in ihren Aufzeichnungen hohen Wert auf ihre
Abkunft zu legen und behelligen den Leser nicht nur ein Langes und
Breites mit der Geschichte ihrer Familie sondern auch mit derjenigen
ihrer Vorfahren, soferne von ihnen etwas zu erzählen ist. Wenn
ich diesem Brauche folgen wollte, so müßte ich ein gleiches
tun, allein ich kann meinen Stammbaum nicht weit zurückverfolgen,
wie man bald ersehen wird. Wenn ich der Frau glauben darf, die ich
Mutter zu nennen gelehrt wurde, so nahm mich, als ich ein kleiner
zweijähriger Knabe war, an einem schönen Sommerabende das
Kindermädchen, die mich zu warten hatte, unter dem Vorwande mich
in frische Luft zu bringen auf das Feld hinaus. Ich war gut gekleidet
und hatte außerdem das Töchterchen eines Nachbars, ein
zwölf- oder vierzehnjähriges Mädchen, zur Gesellschaft.
Meine Wärterin – war es nun Zufall oder Verabredung –
traf mit einem Burschen, wahrscheinlich ihrem Geliebten, zusammen, der
sie mit sich in ein Gasthaus nahm, um sie mit Bier und Kuchen zu
bewirten. Während sich das Pärchen in solcher Weise im Hause
vergnügte, spielte draußen das Nachbarstöchterchen mit
mir und führte mich, ohne etwas Böses dabei zu denken, durch
den Garten hinaus aufs Feld, wo uns meine Wärterin bald nicht
mehr sehen konnte. Wie es auch zugegangen sein mochte, kurz ich fiel


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