Robinson Krusoe - Daniel Defoe - Страница 1 из 327


zufälligerweise kam ich auf den Einfall, daß ich im vorigen
Jahre eine Umarbeitung des englischen Robinsons für die
pädagogischen Unterhandlungen unternahm, und noch unerwarteter
komme ich itzt dazu, daß ich die diesmaligen Meßwaren mit
einem Robinson Krusoe vermehre. Herr Campe pries zu Ende des
vorigen Jahres in einer weitläuftigen Anzeige den Robinson als
eine Panazee wider alle Seelengebrechen an und empfahl ihn besonders
als ein treffliches Mittel wider das herrschende
Empfindsamkeitsfieber, das er dadurch in seinem Keime bei jungen
Seelen zu ersticken hoffte. Ich hatte bisher den englischen Abenteurer
für einen guten ehrlichen Kauz gehalten, der durch seine
sonderbaren Schicksale und durch eine eigne Mischung von Zaghaftigkeit
und Mut, von Einfalt und Klugheit, von Gutherzigkeit und Grausamkeit
belustigen könnte; mit Erstaunen wurde ich nunmehr inne,
daß ich, ohne es zu wissen, ein wahres schriftstellerisches
Arkanum besaß, und da ich das Recht der ersten Besitznehmung
darauf hatte, so konnte ich mir unmöglich ein so wichtiges
Verdienst um unsre Nation von einem andern wegnehmen lassen, sondern
eilte um soviel mehr, das angepriesne Wundermittel je eher, je lieber
in die Hände des Publikums zu bringen. Um indessen allen
Verdacht der Marktschreierei zu vermeiden, will ich ganz demütig
bekennen, daß ich weder meinem noch irgendeinem Robinson auf der
ganzen weiten Welt so eine große Wirkung zutraue, wie die


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