Die Bescholtenen - Eugen Hermann von Dedenroth - Страница 1 из 306


Kriminal-Roman   Quelle: PDF mit freundlicher
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www.alte-krimis.de 1. »Ich habe Dir
eine sehr ernste Mittheilung zu machen,« sagte der Major a. D.
v. Trotten zu seinem Sohne, den er in sein Arbeitskabinet gerufen,
»setze Dich und höre mich mit Ruhe an – es handelt
sich um eine wichtige Lebensfrage für Dich.« Auf dein
sonst so freundlichen Antlitz des alten Herrn lagerte die Sorge, ihre
Schatten machten den Blick des sonst so heiter schauenden Auges fast
düster. Eduard war erschrocken, sein Vater gehörte
nicht zu den Naturen, welche sich leicht der Unruhe und Angst
hingeben, er hatte zahlreichen Stürmen des Lebens Trotz geboten
und erzählte gern davon, wie ihn niemals das Vertrauen auf Gott
und die eigene Kraft verlassen habe. Der alte Herr war mit einer sehr
geringen Pension als Invalide aus der Armee geschieden, hatte in einer
Civilanstellung bei der Armeeverwaltung lange gedient, sich den Titel
Kriegsrath a. D., einen Orden und die Achtung aller seiner
Vorgesetzten und Collegen erworben. Er hatte sich im Laufe der
Zeit dann allmählig ein kleines Vermögen zusammengespart und
gehörte in G. jetzt zu den angesehensten Personen des Ortes; was
ihn beunruhigte, betraf also wahrscheinlich die Angelegenheiten
Eduard's, und den jungen Mann beschlich eine Ahnung, als solle ihn ein
Schlag da treffen, wo sein Herz am schmerzlichsten zu verwunden war.


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