Die Bataver - Felix (Ludwig Julius) Dahn - Страница 1 из 317


Nordsee, – »das germanische Meer« – erreicht,
da wohnten um die Mitte des ersten Jahrhunderts unserer Zeitrechnung,
aus der heute noch nach ihnen benannten »batavischen«
Insel und auf dem linken Ufer des Flusses die Bataver und, als ihre
Nachbarn im Norden, auf dem rechten Ufer, die kleinere
Völkerschaft der Kánnenefáien. Beide, nahe
verwandt, waren schon lange bevor Julius Cäsar in Gallien
erschien, hier eingewandert. Ursprünglich Gaue der Chatten
– der heutigen Hessen – hatten sie die alten Sitze an Lahn
und Fulda, die der rasch anwachsenden Volkszahl zu schmal gewordene
Landmark, verlassen und waren allmählich – den Rhein hinab
– weit nach Westen gezogen, hier neben den Galliern eine neue
Heimat sich gründend. – Nur gar wenig war in all'
der Zeit der Urwald gerodet worden, lediglich soviel das
Bedürfnis erheischte für die wenigen Dörfer und
für die zahlreicheren einsamen Einzelhöfe, die aus dem Holz
der gefällten riesenhaften Bäume kunstlos aufgezimmert
wurden. Allein stärker, eindringlicher noch als der Urwald
verlieh der ganzen Gegend weithin das Eigenartige das Wasser: der
Ursumpf. Wo nicht die natürliche Schutzwehr der Dünen
und die noch wenig häufigen Deiche die See abhielten, mischte
diese, bei jeder Flut weit in das Land hinein rollend, überall
ihr Salz mit dem Süßwasser des Stromes, der, auf seinem
ganzen Lauf ungebändigt und ungeregelt, neben seinen drei


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