Sigwalt und Sigridh - Felix (Ludwig Julius) Dahn - Страница 1 из 52


geschlagen am einsamen Fjord Allzuviele Speere hatten die
Landwüster geschwungen, die, aus den Drachenschiffen gesprungen,
Mord, Brand und Raub in die Gehöfte getragen von Halgaland.
Auf schaumbedecktem Roß hatte ein Bote um Hilfe gerufen bei
König Sigwin Weißbart. Der hatte gerade auf seinem Hochsitz
in der Halle zu Halga-Björg das Horn erhoben zum Nachttrunk; er
setzte es nieder, bevor er's zum Munde geführt. »Zu
Roß!« sprach er. »Königshilfe eilt.« Und
mit den wenigen Helmen, die er um sich hatte in der Halle, war er den
Wikingern entgegengeritten, seine Bauern zu schützen. Nun lag
er speerwund auf zerspelltem Schild; der weiße Sand der
Düne ward rot von des alten Mannes Blut. Tot neben ihm lagen fast
all' seine Gefolgen: in die Ferne, landeinwärts, – gen
Mittag – tobte der Lärm der verfolgenden Sieger hinter den
Schlachtflüchtigen her. – – Die Wellen der
beginnenden Ebbe wichen mählich, mählich zurück: immer
leiser, leiser, – wie absterbend Leben. Es war nun totenstill
auf der Strandheide, darauf vor kurzem der rasselnde Kampf getost.
Der wunde König hatte die Augen geschlossen: nun schlug er sie
auf: denn von Niedergang – aus dem nahen Föhrenwald –
rauschten zwei Raben dicht über seinem Haupte hin, als wollten
sie ihn wecken. Dann bäumten sie auf in der alten, morschen
Dünen-Weide. Der König hob den Kopf und sah gegen
Westen. Und nickte stumm. – Er schien ihn zu kennen, den


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