Walhall - Germanische Götter- und Heldensagen - Felix (Ludwig Julius) Dahn - Страница 1 из 677


Für alt und jung am deutschen Herd erzählt von Felix
Dahn und Therese Dahn (geb. Freiin von Droste-Hülshoff) Erste
Abteilung:
Göttersagen
von
Felix Dahn "Gehör und Schweigen
heisch’ ich von allen
Menschenkindern im heiligen Frieden,
von hohen und niedern Söhnen Heimdalls;
Es wollte Walvater, dass ich wohl her zähle
die alten Geschicke von Menschen und
Göttern, deren ich von Anfang gedenke."
Völuspá, Strophe 1.
(Übersetzt von Müllenhoff, deutsche Altertumskunde V.
1. Berlin 1883. S. 75.) Dem Andenken
Jakob Grimms. Erste Abteilung: Einleitung. Der
Götterglaube der Germanen war ein Lichtkult, eine Verehrung der
wohltätigen, dem Menschen segensreichen Mächte des Lichts,
wie sie im Himmel, in der Sonne, den Gestirnen, dem Frühling oder
Sommer gegenüber den schädlichen, unheimlichen Gewalten der
Nacht, der Finsternis erschienen; auch Heiliges und Böses, Leben
und Tod stellte sich ihnen als dieser Gegensatz von Licht und
Finsternis dar. Diese Religion war nicht ausschliesslich den
Germanen eigen, sondern ihnen gemein mit den übrigen Völkern
der arischen (oder kaukasischen oder indo-europäischen) Rasse, zu
welcher ausser den Germanen noch die Inder, Perser, Armenier, die
Kelten, Gräko-Italiker und Letto-Slaven zählten; auch
Sprache, Sitte, Recht war ursprünglich diesen Ariern gemeinsam


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