Handel und Wandel in Altbabylonien - Friedrich Delitzsch - Страница 1 из 68


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Druck der Deutschen Verlags-Anstalt in Stuttgart
Papier von der Papierfabrik Salach in Salach, Württemberg
  Mit 30 Abbildungen Erstes bis fünftes Tausend
Stuttgart Deutsche Verlags-Anstalt 1910
Handel
und Wandel in Altbabylonien Abb. 1. Das
Zweistromland (Babylonien-Assyrien). Zu einer Reise lade
ich meine Leser und Leserinnen ein, zu einer Reise in ein fernes, aber
denkwürdiges Land: Marseille-Port Said-Aden-Maskat-Basra-Bagdad,
eine Reise von dreissig Tagen, oder: Triest-Beirut-Damaskus und mit
einundzwanzigtägigem Ritt zu Pferd nach Bagdad. Ein Land, so gut
wie regenlos, wo acht Monate hindurch, von März bis Oktober, kein
Wölkchen den blauen Himmel trübt und die Sonne einen Tag so
strahlend auf- und untergeht wie den andern. Ein Land, das noch
heutzutage, wohin immer das Wasser der beiden Paradiesesströme,
Euphrat und Tigris, gebracht wird, eine verschwenderische Fülle
von Melonen, Gurken, Kürbissen, Zwiebeln, Granatäpfeln,
Feigen und Weintrauben hervorbringt; dazu Korn, Weizen, Mais, Hirse
und Reis, obenan aber Palmen, die sich nach den Strommündungen
hin urwaldähnlich verdichten. Und wie war es erst in alter Zeit
bis hinab in die Zeit der Griechen und Römer! Noch Plinius nennt
Babylonien den »fruchtbarsten Acker des ganzen Orients«.


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