Der Frauen Natur und Recht - Hedwig Dohm - Страница 1 из 150


welche Ideen propagiren, die ihren tour du monde noch nicht gemacht
haben, laufen stets Gefahr (ich spreche aus eigenster Erfahrung), die
willkürlichsten Oktroyirungen, Fälschungen und Entstellungen
von böswilligen Kritikern zu erfahren. Um mich vor solchen
Falschmünzereien des Geistes zu schützen, stelle ich an den
Anfang meiner Abhandlung einen Satz, der eigentlich an den
Schluß derselben gehörte. Ich erkläre nämlich,
daß ich in dem folgenden Aufsatz durchaus nicht behaupte,
daß die Eigenschaften des Weibes identisch seien mit denen des
Mannes. Im Gegentheil, ich spreche meine Ueberzeugung
ausdrücklich dahin aus, daß ich an eine Verschiedenheit der
männlichen und weiblichen Seele glaube. Weil meine
subjectiven Anschauungen aber auf diesem Gebiet nichts sind und nichts
sein können, als Hypothesen oder Inspirationen, die einer
genügend wissenschaftlichen oder empirischen Grundlage entbehren,
so hüte ich mich, sie dem Publikum aufzudrängen. Als ich
den nachfolgenden Aufsatz beendet hatte, war ich einen Augenblick nahe
daran, ihn in’s Feuer zu werfen. Was wird durch solches
Geschreibsel gefördert, fragte ich mich, wen bekehrst du damit?
Wahrscheinlich Niemand. Wenn ich ihn trotzdem nicht verbrannte, so
hielt mich folgende Reflexion davon zurück: Ist diese Abhandlung,
sagte ich mir, auch nur ein kleines Detailgefecht, ein unbedeutendes
Geplänkel, so gilt es doch, wie meine früheren Schriften,


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