Die Mütter - Hedwig Dohm - Страница 1 из 99


allzu oft schon diskutiertes Hauptargument: "Die Frau hat Kinder zu
gebären. Punktum!" will ich noch einmal flüchtig streifen.
Einmal liefern ja nicht alle Frauen Kinder, und tun sie es etwa ohne
die Erlaubnis des Standesamts, so nimmt man es ihnen entsetzlich
übel, mit Ausnahme vielleicht der Elternpaare, die einer Amme
benötigt sind. Mag die Frau nicht heiraten, nicht Kinder zur
Welt bringen, so braucht sie es nicht, ebenso wenig wie der Mann Ideen
zu produzieren (soll seine Mission sein) angehalten werden kann.
Ferner: Zur Kinderproduktion gehört gar nicht soviel Zeit, wie
die Gegner der Frauenbewegung annehmen. Ethisch und ästhetisch
nicht zu beanstandende Vorbeugungen – Enthaltsamkeit in erster
Linie – werden oder können den Kindersegen in einer Familie
auf die heilige Zahl drei beschränken. (Schon im Volksmund
heißt es. aller guten Dinge sind drei.) Soviel ich weiß,
beträgt in der Tat die Durchschnittszahl der Kinder in einer
deutschen Familie drei bis vier. Wenn wir die Schonzeit vor und nach
der Geburt auf je vier Wochen festsetzen (für eine normale Frau
völlig ausreichend), würde für die Mutter der
Zeitverlust, den drei Geburten mit sich bringen, sechs Monate
betragen, bewilligen wir vier Kinder – acht Monate. Wie
viel mehr Zeit verliert der Mann bei seinem Militärdienst, von
dem gemeinen Soldaten mit seiner dreijährigen Dienstpflicht gar
nicht zu reden. Und die Geburten sind doch immerhin für den


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