Er starb und wurde begraben - Holger Drachmann - Страница 1 из 37


 
Die hier vereinigten drei Erzählungen – sie stammen
aus der Sammlung »Smaafortaellinger« von 1884 –
wurden von mir in den Jahren 1897 und 1898 übersetzt und in
verschiedenen Blättern veröffentlicht. Die Neuausgabe blieb
auch diesmal nicht ohne Retuschen. Die etwas saloppe Sprachweise, die
vor allem die Zeitenfolge für ein verfeinertes Gefühl zu
sehr außer Acht läßt, ist die der Originale. Sie
gehört mit zum Ganzen. Otto Hauser
Er starb und wurde begraben Als Ivar eines Tages unten am
Strande stand und den großen neuen Dregg und die vierzig Faden
lange Kette aus dem Boote ziehen sollte, geschah es, daß er mit
einem Mal ausließ und sich hinten an die Lende griff.
»Was gibt's?« fragte Andreas, sein Mithelfer.
»Ich zog 'n bischen scharf,« sagte Ivar und schnappte nach
Luft. Dann gingen sie wieder dran mit den vierzig Faden.
Das, meinten einige, sei die allererste Ursache von Ivar Asmussens
langer und schmerzvoller Krankheit gewesen. Denn »Alles, was
bös ist, beginnt mit einem Stich in der Seite«.
Andere sagten, das sei ein Geschnack, ein Fischermann komme so oft
dazu, sich zu übernehmen, und viel ärger; sie
müßten da alle als Krüppel herumlaufen. Nein, es
müsse ihn eher jemand angesehen haben (d.h. mit dem bösen
Blick). Man ist abergläubisch unter den Fischern.


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