Im Kampf um die Nordmark - Johannes Dose - Страница 1 из 582


Erzählung 1913 Den noch lebenden, letzten
Kämpfern für Schleswig-Holsteins Recht und Freiheit, den
Helden von 1848 bis 1852, sowie auch den tapfren Streitern von anno 64
in deutscher Dankbarkeit gewidmet vom Verfasser
Erster Abschnitt. Die tiefunglückliche
Ehe zwischen Schleswig-Holstein und Dänemark. Das
frühere Herzogtum Schleswig ist mir das heimatliche, herrliche
Land, ist mein ureignes, urliebes, urtrautes Ländchen, darin mir
jede Bucht und Schlucht, jeder Hain und Hügel, Höhe und
Heide wie mein Erbeigentum ans Herz gewachsen ist, obwohl ich davon
nur fünf Geviertmeter, die ich mir zur Grabstätte erwarb,
als unbestrittener und eingetragener Grundherr besitze. Diese
Nordmark, die unsre Väter bei Düppel mit Blut erwarben, ist
ein recht kleines Land, das mit seinem kraftvollen, konservativen,
kernigen Volke nach drei Seiten hin Grenzwacht hält und tapfer
sich wehrt, hüben dem lieblichen, aber launenhaften Ostmeer,
drüben der wilden Nord- und Mordsee und an der Königsau dem
verhaßten Freiwerber, der seit Jahrhunderten frech und fruchtlos
um Slesvigias Huld und Hand buhlt, stolz, starr und steifnackig Trutz
bietet, unten an der Eider jedoch an das Holstenland, sein ihm auf
ewig verbundenes Ehgemahl, hingebend und herzlich sich anschmiegt.
Recht klein, schmal und kurz, zwischen zwei Meere eingezwängt,
ist mein lieb Heimatland – aber nicht nach der körperlichen


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