Teufelskinder - Jules Amedée Barbey d'Aurevilly - Страница 1 из 308


»Teufelskinder« besagt, erhebt es nicht den Anspruch, ein
Andachtsbuch, eine Nachfolge Christi, zu sein. Gleichwohl ist es von
einem christlichen Sittenprediger geschrieben, allerdings von einem,
der seine Ehre dareinsetzt, ein ehrlicher, wenn auch sehr kühner
Beobachter des Lebens zu sein. Es ist sein Glaube, daß
kräftige Künstler alles darstellen dürfen und daß
ihre Werke genug sittlich sind, wenn sie die Gemüter
erschüttern. Unsittlich sind nur die Unempfänglichen und die
ungläubigen Spötter. Der Verfasser dieser Geschichten, der
an den Teufel und seine Macht in der Welt glaubt, meint es durchaus
ernst. Er erzählt den reinen Seelen, um sie mit Schrecken und
Abscheu zu erfüllen. Wer diese Teufelskinder gelesen hat –
des bin ich überzeugt –, der wird keine Lust
verspüren, es ihnen nachzutun. Und darin liegt ja der sittliche
Einfluß eines Buches. Nachdem dies zur Ehre der Sache gesagt
ist, eine andere Frage. Warum hat der Verfasser diesen kleinen
Tragödien, die sich im Leben alle Tage abspielen, den vielleicht
allzu vollklingenden Namen »Teufelskinder« gegeben? Gilt
er den Geschichten oder den Frauengestalten darin? Die Geschichten
sind leider wahr. Es ist nichts daran erfunden. Nur tragen die
dargestellten Menschen nicht ihre wirklichen Namen. Sie haben Masken
bekommen. Man hat ihnen sozusagen die Namenszeichen aus der
Wäsche getrennt. Das Alphabet gehört mir! war Casanovas
Rechtfertigung, als man ihm den Vorwurf machte, er führe nicht


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