Vom Dandytum und von G. Brummell - Jules Amedée Barbey d'Aurevilly - Страница 1 из 119


von G. Brummell ins Deutsche übertragen und eingeleitet von
Richard Schaukal   München und Leipzig bei
Georg Müller
1909
Vorwort Indem ich deutschen Lesern hiemit eine
Übertragung von Barbeys Brummell vorlege, will ich mir keineswegs
verhehlen, dass nicht ein Bedürfnis mich bestimmt, sondern Laune
mich geleitet, vielleicht auch, da denn einmal das Wort ausgesprochen,
der Plan eröffnet worden war, die Befürchtung mich getrieben
hat, es möchten minder vorsichtige Hände sich das heikle
Unternehmen anmassen. Ich erachte Übersetzungen
dichterischer Werke im allgemeinen als überflüssig, ja als
schädlich. Wer sich ihnen einzig vertraut, ist übel daran.
Sie fälschen – und dies fast immer gröblich –
das Original, dem sie zu dienen vorgeben. Zumal bei uns und
vornehmlich in den letzten Jahren wütet das Übersetzertum
wie eine verheerende Seuche. An die köstlichsten Schätze
wagt sich trauriger Mut und Übermut. Das Ergebnis ist
für die deutsche Sprache beschämend, für die fremde
nichtig. Es ist immerhin fraglich, ob die Vermittlung bequemer
oberflächlicher Kenntnis des in fremden Literaturen Vorhandenen
den Schaden aufwiege, den so die üblichen herzlosen
Übersetzungen wirken. Ich selbst bekenne mich unbedingt als
Verneiner der zweifelnden Frage. Und dennoch übersetze ich


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