Hannchen und die Küchlein - (Christian) August Gottlob Eberhard - Страница 1 из 91


        Lieblich umgrünt, in des
Schloßberges Schutz, liegt friedlich das Dörfchen,
Wie um den Hirten herum die gelagerte, schweigende Herde.
Blumenumblüht, und von Reben umrankt bis zum niedrigen
Dache,
Steht dort, nah' der Straß', ein bescheidenes,
freundliches Hüttchen;
Still dort saßen beisammen, am Abend, im dunkelnden
Stübchen,
Martha, des Pfarrherrn Witwe, die gläubige Heldin im
Unglück,
Hannchen, des Pfarrherrn Waise, die fromme, die liebliche
Jungfrau,
Beide mit fleißiger Hand umdrehend die schwebende
Spindel,
Beide mit sinnenden Blicken versunken in tiefe Gedanken.
Sieh', da rollten vorbei, auf lindenbeschatteter
Straße,
Glänzende Wagen, bespannt mit kraftvoll schnaubenden
Rossen,
Stattliche Männer und Frauen darin, auch Junker und
Fräulein,
Alle, dem Schloßberg zu, die vergnügten Gesichter
gewendet. Hin flog Hannchen zum Fenster, mit freudig
geöffneten Armen,
Rufend: »Antonie war es! Antonie! hab' ich im Fluge
Doch sie wieder erkannt, nach drei Jahr' langem
Entferntsein!
Heil! nun kehrt sie zurück mit dem Vater, der Mutter,
dem Bruder,
4 Von den Helvetischen Bergen und von den Italischen
Küsten!
Und die Begleiter – gewiß gastfreundlich
gelad'ne Verwandte,
Fröhlich vereinigt im Chor, zu der Feier der


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