Sagen und Märchen Altindiens - Alois Essigmann - Страница 1 из 398


Essigmann Inhalt Meine liebe, stille
Mutter!
Vorwort
Im Weltalter der Götter
Nala und Damayanti
Vorgeschichte
Meine liebe, stille Mutter! Als
du vor drei Jahrzehnten Deinen Kindern Märchen vorlasest, waren
sie alle erstaunt: Du konntest Deine sanfte Stimme zur Härte
zwingen, wenn Du als Harun al Raschid den bösen Kalum-Bek
verurteiltest. – Nie hätten sie solches von Dir erwartet.
Wie recht tatest Du, keinerlei Pathos an diese flache Tatsachenwelt
zu verschwenden, Maß zu halten in allem, was sich messen
läßt, und dafür in der Unendlichkeit der Phantasie zu
schwelgen! Wenn ich diese Arbeit Deinem Andenken weihe, so dankt
der Mann seiner Kindheit. Das gärende Werden, das zwischen Anfang
und Reife liegt, lag auch zwischen Mutter und Sohn, wie die Jugend
zwischen Kind und Mann. Es ist vorbei! Alle Irrwege haben sich zum
sicheren Pfad vereinigt. Nimm hier die erste Frucht, die ich an
diesem Wege zum Glück gepflückt habe. Du bist ja noch unter
uns, als wärest Du am Leben! Dein dankschuldiger Sohn
Alois Essigmann Vorwort Diese Sagen und
Märchen sind nicht nur Tausende von Jahren alt, sie sind auch im
Laufe vieler Jahrhunderte, vielleicht Jahrtausende, entstanden, lange
Zeit nur mündlich überliefert und auch nach der
Niederschrift noch durch Jahrhunderte hindurch geändert,


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