Venus, die Feindin - Bruno Ertler - Страница 1 из 88


Allem Fremden in Dir, Entschwundene,
gehört dieses Buch von Kampf und Not.
Als ich es schreiben konnte
– im Frühling und Sommer 1917 –
durfte ich aus klarem Fühlen sagen:
Habe Dank. Der Eilzug kam von Norden. Aus der
weiten Ebene kam er, aus dem Sumpfland vom kalten Meer herunter, aus
der Seeprovinz mit der weitläufigen, zerteilten Hauptstadt, die
von vielen Armen und Kanälen der großen und kleinen Newa,
der Karpowka und Fontanka in mehr als ein halbes Dutzend Inseln und
Inselchen zersägt wird. Der Eilzug stampfte und heulte durch
die Nacht, feindselig und gewaltsam. Wie das böse Geschick war
er, und seine Räder schlugen auf den Schienen unentwegt den
gleichen Takt: Du entkommst nicht! Du entkommst nicht! Den reiße
ich weg, den bringe ich, den dritten zermalme ich. Ich bin das
Geschick und frage nicht. An Dörfern und Städten vorbei geht
mein Weg; tausend und tausend Menschen träumen darin, keiner von
ihnen weiß, ob mein Lauf nicht die Fäden kreuzt, verwirrt
und zerreißt, die von irgendwo nach seinem Herzen gehen. Morgen
schon kann es sein, morgen schon. Du entkommst
nicht. – – – * Peter
Iwanowitsch Karugin saß noch immer unbeweglich in den Polster
gedrückt. Ein einziges Mal, als sich keiner der Reisenden dort
aufhielt, war er in den Speisewagen gegangen und hatte schnell ein
Glas Selters getrunken, weil ihm Hals und Zunge bitter und trocken


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