Der Skandal im Viktoria-Klub - Edmund Edel - Страница 1 из 102


Roman eines Spielers
Copyright 1919 by
Kurt Ehrlich, Verlag, Berlin-Charlottenburg Die Titelzeichnung
ist von Lotte Wittig Druck der Spamerschen Buchdruckerei in
Leipzig   Quelle: PDF mit
freundlicher Genehmigung von
www.alte-krimis.de 1. Kapitel. Der Generalkonsul
frühstückte. Mit der den alten Junggesellen
eigentümlichen Sorgfalt schälte er das Ei, das in einem
braunen Fayencebecher steckte, aus der Schale und löffelte es
bedächtig. Dann trank er einen Schluck Tee, aß eine
Scheibe blutroten Schinken und griff zur Morgenzeitung. Die
Zigarre bildete den Schlußakkord dieses kleinen lukullischen
Auftaktes zur Behaglichkeit des Tages. Eines Tages, wie es ein von den
Unbilden der Zeitläufte nicht zu arg berührten Bürgers
darstellte. In die Stille dieser Behaglichkeit, die das
sonnenerhellte Speisezimmer erfüllte, trat Werner.
Lässig, etwas im müden schleppenden Ton, sagte er:
»Guten Morgen, Onkel!« Der Generalkonsul blickte
unter dem goldenen Einglas, das seinem alten Bonvivantgesicht eine
gewisse Forsche gab, erstaunt und zugleich neugierig auf den
Eingetretenen. »Schon auf oder – noch auf?«
Der Generalkonsul liebte es, den Ernst des Lebens durch einen an
richtiger Stelle angebrachten Scherz zu mildern. Werner setzte


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