Frau Mimis Vergangenheit - Edmund Edel - Страница 1 из 125


Kriminalroman aus Schieberkreisen
Copyright 1920 by
Kurt Ehrlich, Verlag, Berlin-Charlottenburg Druck der
Spamerschen Buchdruckerei in Leipzig
  Quelle: PDF mit freundlicher Genehmigung von
www.alte-krimis.de Erstes Kapitel. Ferdinand
Grünmeier lebte zu einer Zeit, da in der Welt noch
einigermaßen Ordnung herrschte. Krieg war ein apokrypher Begriff
und Revolutionen kannte man nur aus Operetten und aus
Zeitungsberichten über südamerikanische Katzbalgereien.
Ferdinand war der Erbonkel der Familie. Diese Familie, die der Agent
Adolf Grünmeier mit Frau und Sohn darstellte und die ihren
Daseinszweck in stramm bürgerlicher Pflicht erfüllte,
blickte während zweier Jahrzehnte mit ehrfürchtiger
Hochachtung auf den Onkel Ferdinand, den sie mit aller in Familien
üblichen Liebe und Sorgfalt umgab. Onkel Ferdinand seinerseits
verfügte über nicht so stark ausgeprägten Familiensinn.
Er hatte in glücklichen Spekulationen ein ansehnliches
Vermögen erworben, das eine siebenstellige Zahl in sich
faßte, und benutzte seinen Reichtum, um sich einen guten Tag zu
machen, um sich mit allen jenen schönen Dingen zu umgeben, die
man sich für Geld anschaffen konnte. Zu diesen schönen
Dingen gehörte auch Mimi. Die Familie Adolf
Grünmeier beobachtete den Erbonkel sozusagen aus dem Versteck.


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