Meisternovellen - Emil Ertl - Страница 1 из 240


Zum Geleit Der 70. Geburtstag Emil Ertls, der im
Vorfrühling dieses Jahres ein festliches Geschehen bedeutete, hat
dadurch ein sehr beredtes Zeugnis für die verehrungsvolle Liebe
einer innerlich-ergriffenen Gemeinde abgelegt: er wurde zum lauten
Herold für die andauernde künstlerische Geltung eines
gestaltungsstarken Erzählers und darüber hinaus zum
zuverlässigen Künder von dessen enger seelischer
Verbundenheit mit allen jenen, für die im Wogen und Werden
unserer Zeit aus dem weise verstehenden, gütigen Dichterherzen
durch die Darstellung des Allgemein-Menschlichen und Ewigen die
beglückende Fülle edler Geistigkeit und tiefen Gemüts
verheißungsvoll aufblüht. »Alles was der
Dichter uns geben kann,« meint Schiller, »ist seine
Individualität; diese muß es also wert sein, vor Welt und
Nachwelt ausgestellt zu werden.« Gilt dieses Wort, so besteht
Emil Ertl groß vor uns, ist doch so viel edler Stil in seiner
Erscheinung, quillt doch aus seiner seltenen Menschlichkeit der
wundersame Brunnen, dessen Tiefe sein Werk speist. Alle Wärme,
alle Güte, aller Humor kommen bei ihm aus solchem Ursprung.
Dieses starke, erdverwachsene und dabei fest in göttlichem Grunde
ruhende Menschentum bewirkt seine geistige Haltung, bestimmt
sein bedeutendes, von allen Mächten der Seele und von reifem
Weltwissen erfülltes, in Höhen und Tiefen reichendes
Dichtertum. Hieraus erklärt es sich, warum der Verfasser


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