Tuberkulose als Schicksal - Erich Ebstein - Страница 1 из 199


und die Literaturwissenschaft gleicherweise verpflichtet sind, hat das
Erscheinen dieses Werkes nicht mehr erlebt. Am 17. April dieses Jahres
hat ein Hirnschlag ganz unerwartet dem Leben des arbeitsfrohen
Fünfzigers ein viel zu frühes Ziel gesetzt. Der Schmerz um
den schweren Verlust wird verschärft durch den Gedanken,
daß es ihm nicht vergönnt war, gerade diese Arbeit zu Ende
zu führen, die ihn seit langer Zeit beschäftigte und die ein
wesentliches Kapitel in seinem gesamten Schaffen umschließen
sollte. Denn neben den zahlreichen monographischen Studien auf dem
Gebiet der inneren Medizin und der Geschichte der Medizin, neben
Arbeiten literaturhistorischer Art aus dem Dichterkreis seiner
Göttinger Heimat, über Bürger zumal und Lichtenberg,
sind in seinem Schaffen solche Veröffentlichungen besonders
charakteristisch, die sich mit dem Grenzgebiet des Körperlichen
und Seelischen befassen. Das Abnorme oder geradezu Kranke in seiner
Rückwirkung auf die geistige Haltung hat ihn immer wieder
angezogen, die Rothaarigen fesselten ihn in solchem Zusammenhang
ebenso wie etwa die Buckligen. Und auf dieser Linie lag auch sein
Bemühen, mit dem ihm eigenen Sammlereifer alle geistig
hervorragenden Tuberkulösen ausfindig zu machen und zu studieren.
Die vorliegende Untersuchung, die aus diesem allmählich
gewonnenen Material nur eine Auswahl geben sollte, war im wesentlichen
gedacht als eine Anregung, aus der die Forschung neue Erkenntnisse vom


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