Im Gran Chaco von Paraguay - Ferdinand Emmerich - Страница 1 из 249


mich den Paranâfluß hinauf nach Asuncion brachte, gesellte
sich ein Mann zu mir, der nach mehr als einer Richtung hin mein
Interesse erregte. Er war nach Art der Herbateros gekleidet. Sein
ganzes Auftreten aber stand mit seiner äußeren Erscheinung
im Widerspruch. Ich fand bald heraus, daß seine Ausstaffierung
als Teesucher den Hauptzweck verfolgte, so wenig als möglich
aufzufallen und die Aufmerksamkeit seiner Mitmenschen von sich
abzulenken. Aus seiner Schweigsamkeit zog ich den Schluß,
daß der Mann viel in der Einsamkeit lebte. Von da zu meiner
Frage an ihn: »Sind Sie Naturforscher?« war nur ein
Schritt. Aus den grauen Augen schoß ein Blitz
ängstlichen Mißtrauens, der mir ein Lächeln
abnötigte. Ich kannte ihn, den Blick. Er sagt dem Fragenden:
»Nimm dich in acht, daß ich dir nicht ins Gehege
komme!« So schaut nur der Sammler, der fürchtet, von
einem Kollegen um die Ausbeute einer reichen Fanggegend betrogen zu
werden. Als der Mann stumm blieb, klopfte ich ihm auf die Achsel,
und mich nun der deutschen Sprache bedienend, rief ich aus:
»Keine Angst, Herr Kollege. Ich bin Forscher. Sammelobjekte kann
ich auf der von mir geplanten Reise nicht mitnehmen. Also haben sie
keine Konkurrenz zu fürchten.« »Woher wissen Sie,
daß ich Deutscher bin. Ich sehe, ebensowenig wie Sie selbst,
unsern Landsleuten doch nicht ähnlich?« »Nein.
Aber wer sich so dem Winde und Wetter aussetzt – und davon zeugt


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