Quer durch Hawaii - Ferdinand Emmerich - Страница 1 из 207


war nahezu erfüllt. Noch blieb mir die Durchquerung der Insel
Hawaii, dann winkte mir eine längere Ruhepause. Wie sehr ich mich
nach einer solchen sehnte, kann nur der ermessen, der sich in die Lage
eines Menschen hineinzudenken vermag, der über ein Jahr lang alle
die kleinen Bedürfnisse entbehren mußte, die nun einmal die
Kultur dem Manne anhängt. Viele Monate hindurch sah ich kein
Bett. Der harte Boden, mit einer Schicht Blätter als Unterlage,
dazu den weiten Himmel als Dach über dem müden Haupte,
vertrat die Stelle eines Nachtlagers. Halbgares, halbverbranntes
Fleisch, mit großen Schwierigkeiten beschafft und oft unter
Lebensgefahr am Feuer geröstet, bildete die Kost, wenn nicht die
Nähe mordgieriger Eingeborener uns auch diesen Leckerbissen
verwehrte. Unsägliche Strapazen, über schroffe
Gebirgszüge, durch nie von Menschen betretene Urwälder,
durch Sümpfe und über verdorrte Steppen führende,
fluchtartige Wanderungen, dazu Hunger und Durst, verschärften die
täglich wiederkehrenden Anforderungen an unsere
Willensstärke – und nun winkte die Ruhe. Celebes lag
hinter mir. Einen Teil meiner Erlebnisse auf jener Insel findet der
Leser in den Schilderungen meines fünften Bandes. Jetzt stand ich
auf dem Deck eines deutschen Frachtdampfers, der mich nach Hawaii
bringen sollte. Ich wählte in Yokohama diesen schlichten
Landsmann aus der Mitte der amerikanischen, englischen und kanadischen


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