Schmugglerfahrten im Malaiischen Archipel - Ferdinand Emmerich - Страница 1 из 250


den Malaiischen Archipel. Jene zahllose Menge von Inseln, die
wissenschaftlich als die Überreste eines in grauer Vorzeit
versunkenen Kontinents, auf dem auch die Wiege des
Menschengeschlechtes zu suchen sein soll, angesprochen werden. Neben
gewaltigen vulkanischen Erhebungen, die ohne jedes Küstenland
schroff aus dem Meer emporschießen, finden wir dort
Koralleneilande, über die eine gebefreudige Natur ihre reichsten
Schätze in verschwenderischer Fülle ausgestreut hat. –
Leider bringen aber diese paradiesischen Inseln nicht auch herrliche
Bewohner hervor. Wenigstens besitzen die in unserer Zeit den Archipel
bewohnenden Eingeborenen nur ganz wenige Eigenschaften, die von
unserer europäischen Weltanschauung als gut bezeichnet werden
würden. Das mag daran liegen, daß die Urbevölkerung
seit Jahrhunderten mit Einwanderern durchsetzt wird. Vor allem sind es
die Malaien, die auf den Inseln zwischen Neuguinea und der
Malakkahalbinsel, neben den Chinesen, als herrschende Rasse auftreten.
Die Malaien bilden eine eigentümliche Menschenklasse. Sie
sind nicht schön. Ihr Gesicht ist breit und flach. Die kleine
Nase hat breite Flügel. Langes, dunkelschwarzes Haar umrahmt das
dunkelbraune Antlitz, aus dem große, feurig glänzende Augen
leuchten. Die Malaien sind überwiegend Seefahrer. Kühn und
unternehmend, verachten sie die Gefahr. Sie scheuen aber auch vor
nichts zurück. Ihre ungezähmte Heftigkeit treibt sie nicht


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