Escal-Vigor - Georges Eekhoud - Страница 1 из 219


Originalausgabe:
Escal-Vigor (Paris: Mercure de France 1899). Die deutsche
Übersetzung erschien 1903 im Verlag Max Spohr (Leipzig).
Erster Teil
Der Deichgraf I. Am ersten Juni bewirtete Heinrich von
Kehlmark, der junge »Deichgraf« und Schloßherr von
Escal-Vigor, eine zahlreiche Gesellschaft, bei der, wer kam,
willkommen war, um seine Rückkehr zur Wiege seiner Ahnen, nach
Smaragdis, zu feiern. Smaragdis, oder die Smaragd-Insel, war das
reichste und ausgedehnteste Eiland in einem jener klaren und
gewaltigen Meere des Nordens, dessen Buchten und Fjorde in tausend
eigenwilligen Formen in das Land einschneiden und die
zerklüfteten Ufer mit ganzen Scharen von größeren und
kleineren Inseln umlagern. Smaragdis gehörte zu dem halb
germanischen, halb keltischen Königreich Kerlingaland. Als der
Handel des Westens sich entwickelte, setzte sich eine Kolonie
hanseatischer Kaufleute dort fest. Die Kehlmarks behaupteten, von
alten Seekönigen oder dänischen Wikingern abzustammen. Sie
verstanden sich Schätze, Macht und Ansehen zu erwerben, wobei sie
auch den Ruf gelegentlicher Piraterie nicht scheuten. Es waren kluge
und thatkräftige Männer. Sie folgten Friedrich Barbarossa
auf seinen Zügen nach Italien und zeichneten sich durch eine
unerschütterliche Hingebung an das Haus der Hohenstaufen aus,
durch jene Treue, wie sie der Than für seinen König


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