Don Juan - Gerrit Engelke - Страница 1 из 73


So werde, was du bist. In ungebundnem Drange
Dem Rufe in dir folgend ohne Scheu.
Das ist dein Ziel, daß du dich selbst erfährst im Zwange

Der Erdenzeit; enttäuscht, doch immer wieder neu. Don Juan
wurde in Thistedt in Jütland geboren. Er war ein
außergewöhnlich großes Kind; hatte die
fünfzigjährige Mutter ihn doch zwölf Monate getragen.
Er hieß nach seinem Vater: Nielsen. Da diesem dies einzige
Kind, dieser braunhäutige, schwarzhaarige Knabe (obgleich Vater
und Mutter blond waren), ganz besonders gefiel, wollte er etwas
Großes aus ihm machen. Er fing damit an, daß er ihm den
merkwürdigen Rufnamen Juan gab. Der kleine Juan spielte nie
auf der Straße; ging, obgleich er, nach der Aussage des Lehrers,
sehr begabt war, ungern zur Schule. Er lag lieber allein am Strande,
schlug mit seinem Stock ins Wasser – und rannte dann
plötzlich wieder in den Wald, um Frösche zu fangen und sie
schrecklich zu quälen. Eine Katze und eine Lachtaube, die
oft im Zimmer waren, mußten die Eltern verschenken, weil der
Junge in jedem unbewachten Augenblick hinter ihnen her war. Im
Nachbargarten saß mitunter die kleine Karin des Fischers
Jörgensen. Da konnte Juan nun wohl eine halbe Stunde lang am
Holzgitter stehen und die jauchzende und schwatzende Kleine mit
unheimlich starrem, dunklem Blick ansehen, um dann, wenn das
Mädchen anfing zu weinen, mit kurzem Auflachen schnell


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