Kurze Prosa - Gerrit Engelke - Страница 1 из 54


mit umgebogenen Spitzen. Die George-Schule: eine
Kunstgewerbeschule. Rembrandt: das ist ganz Inhalt gewordene
Form. Richard Strauß ist glänzendes Ende, nicht
Anfang. Richard Strauß: man ist immer mehr in die
Farbentöpfe gestiegen und immer weniger in den tiefsten
Resonanzkasten der Seele. Schiller: ein deutscher Grieche,
getauft mit Revolutionsblut. Rodin: das ist ein verkleinerter,
impressionistischer, französischer, d.h. etwas femininer –
Michelangelo. Beethoven: der Maler der Seele. Beethoven:
ein Wille, der alle Schranken bricht. Beethoven – das ist:
welterschütternd dröhnende Sehnsucht. Das Volk soll zur
Kunst hinauferzogen, nicht die Kunst zum Volke hinabgezogen werden.
Der aus der Landschaft hervorgehende Mensch – Stil ist
gesteigertes Nervengefühl. Rhythmus ist Blutgefühl.
  1913 Immer in der modernen Kunst, Literatur: das
Geschlechtsteil als Mittelpunkt des künstlerischen Körpers.
Nicht so – das Herz ist der Mittelpunkt! Das Herz mit seiner
Hauptbeziehung zum Hirn, und mit der anderen Beziehung zum Geschlecht.
Dem Geschlecht, der Liebe ihr Recht: darüber aber das
Herzhirn! Der Künstler sei nicht allein Spiegel der Dinge –
er sei ein höheres: Quelle! das heißt:
Persönlichkeit, starke Persönlichkeit von innen nach
außen, und Welt-Erde-Graber und Berghäufer. Es soll


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