Gedichte - Johann Peter Eckermann - Страница 1 из 19


      Was soll ich dir zu deinem Tage schicken,
Von hier nach . . ., zwischen Elb' und Heide?
Perlen und Gold, dir Hals und Arm zu schmücken,
Den neusten Stoff zu einem bunten Kleide,
Gürtel, den schlanken Wuchs noch zu verschönen,
Ein Diadem, dein goldenes Haar zu krönen? Fast
könnte Liebe mich dazu verführen;
Doch meine Liebe läßt es nicht geschehn.
Ich bin besorgt, mein Bestes zu verlieren,
Erschien es andrer Augen gar zu schön.
Vom Raub der Helena würde niemand lesen,
Wär' Helena nicht gar zu schön gewesen.
Gefällst du gar zu sehr den dort'gen Herrn,
Wirst du zu Gegenliebe leicht verflochten.
Dich sieht, ich weiß, der reiche Amtmann gern;
Der Obrist, der bei Waterloo gefochten;
Des Neffen Herz hast du im Tanz gerühret;
Bei Tisch den Offizier, der neulich durchpassieret. Und
wenn dir das schon ohne Schmuck gelungen,
Was würde nicht geschehn, wärst du
geschmückt!
Drum hab' ich bloß dir dies Gedicht gesungen,
Und dich zu schmücken weiter nichts geschickt.
Ja, tätest du erst recht nach meinem Willen,
Du würd'st in Mäntel dich und Schleier hüllen.
Hab' ich doch schon um dich seit sieben Jahren,
Und länger schon, Gott weiß! wie schwer gestrebt;
Nun möcht' ich gern dich unberührt bewahren,


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