Die Glücksritter - Joseph von Eichendorff - Страница 1 из 63


Erzählung (1841) Suppius und Klarinett Der Abend
funkelte über die Felder, eine Reisekutsche fuhr rasch die
glänzende Straße entlang, der Staub wirbelte, der Postillon
blies, hinten auf dem Wagentritte aber stand vergnügt ein junger
Bursch, der, im Wandern heimlich aufgestiegen, bald auf den Zehen lang
gestreckt, bald sich duckend, damit die im Wagen ihn nicht bemerkten.
Und hinter ihm ging die Sonne unter und vor ihm der Mond auf, und
manchmal, wenn der Wald sich teilte, sah er von ferne Fenster glitzern
im Abendgold, dann einen Turm zwischen den Wipfeln und weiße
Schornsteine und Dächer immer mehr und mehr, es mußte eine
Stadt ganz in der Nähe sein. Da zog er geschwind die Ärmel
seines Rocks tiefer über die Handgelenke, denn er hatte ihn
ausgewachsen, auch war derselbe schon etwas dünn und spannte
über dem Rücken. Im Walde neben ihm aber war ein
großes Gefunkel und Zwitschern und Hämmern von den
Spechten, bald da, bald dort, als wollten sie ihn necken, und die
Eichkätzchen guckten um die Stämme nach ihm, und die
Schwalben kreuzten, jauchzend über den Weg: «Kiwitt,
kiwitt, was hat dein Rock für einen schönen Schnitt! So
gings wie im Fluge fort, es wurde allmählich dunkel, jetzt
klangen schon deutlich die Abendglocken über den Wald
herüber. «Sind wir bald dort?» fragte eine
wunderliebliche Stimme aus dem Wagen. – «Gleich,
gleich», antwortete rasch der Bursch, der sich in der Freude


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