Gedichtsammlung - Joseph von Eichendorff - Страница 1 из 132


einst dunkelt,
Der Erd bin ich satt,
Durchs Abendrot funkelt
Eine prächtge Stadt: Von den goldenen Türmen
Singet der Chor,
Wir aber stürmen
Das himmlische Tor. Verloren
      Still bei Nacht fährt manches Schiff,
Meerfey kämmt ihr Haar am Riff,
Hebt von Inseln an zu singen,
Die im Meer dort untergingen. Wann die Morgenwinde
wehn,
Ist nicht Riff noch Fey zu sehn,
Und das Schifflein ist versunken,
Und der Schiffer ist ertrunken. Mittagsruh
Joseph von Eichendorff Über Bergen, Fluß und Talen,
Stiller Lust und tiefen Qualen
Webet heimlich, schillert, Strahlen!
Sinnend ruht des Tags Gewühle
In der dunkelblauen Schwüle,
Und die ewigen Gefühle,
Was dir selber unbewußt,
Treten heimlich, groß und leise
Aus der Wirrung fester Gleise,
Aus der unbewachten Brust,
In die stillen, weiten Kreise. Treue  
      Wie dem Wanderer in Träumen,
Daß er still im Schlafe weint,
Zwischen goldnen Wolkensäumen
Seine Heimat wohl erscheint: So durch dieses
Frühlings Blühen
Über Berg' und Täler tief,
Sah ich oft dein Bild noch ziehen,
Als obs mich von hinnen rief; Und mit wunderbaren
Wellen
Wie im Traume, halbbewußt,
Gehen ewge Liederquellen


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