Viel Lärmen um nichts - Joseph von Eichendorff - Страница 1 из 97


beleidigt,
O so glaubt – und wohl verteidigt
Sind wir dann –, ihr alle schier
Habet nur geschlummert hier
Und geschaut in Nachtgesichten
Eures eignen Hirnes Dichten. Shakespeares Sommernachtstraum
  »Wem gehört der prächtige Palast dort
unten?« fragte Prinz Romano, auf dem schlanken Engländer
nach seinen Begleitern zurückgewandt, indem sie soeben auf einer
Höhe aus dem Walde hervorkamen und auf einmal eine weite, reiche
Tiefe vor sich erblickten. – »Dem Herrn Publikum!«
erwiderte ein schöner Jüngling aus dem Gefolge. –
»Wie! Also hier wohnt der wunderliche Kauz? Kennst du ihn
denn?« rief der Prinz verwundert aus. – »Nur dem
Rufe nach«, entgegnete der Jüngling, sichtbar verwirrt und
mit flüchtigem Erröten. Die untergehende Sonne
beglänzte unterdes scharf die schönsten Umrisse des
Palastes; heiter und wohnlich erhob er sich über die weiten,
fruchtbaren Ebenen, mit den Spiegelfenstern noch hell
herüberleuchtend, während die Felder ringsum schon zu
verdunkeln anfingen. Ein schöner Garten umgab das Schloß
und schien im Abendduft mit der Landschaft und dem schimmernden Strome
bis weit an die fernen blauen Berge hin zusammenfließen.
»Göttliche Ironie des Reiselebens!« sagte der Prinz
zu seinen Begleitern. »Wer von euch hätte nicht schon
sattsam von diesem Publikum gehört, über ihn gelacht und
sich geärgert? Es juckt mich lange in allen Talenten, ihm einmal


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