Im Strom unsrer Zeit - Band 1 - Lehrjahre - Max Eyth - Страница 1 из 398


Schule gewesen, in der die moderne Industrie großgewachsen ist,
und der Missionar, der von ihrer Geburtsstätte ausziehend den
Samen über Europa verbreitet hat, ist der englische Monteur, der
bei jeder Lieferung einer Dampfmaschine vertragsmäßig
mitgeschickt wird und mit seiner Maschine in den Dienst des
Käufers übergeht. Der englische Monteur im »Schneider
von Ulm« ist ein Beispiel. Nirgends fiel dieser Samen auf so
fruchtbaren Boden wie in Deutschland. Die theoretische Behandlung der
Technik war ein spezifisch deutsches Talent, und gleichzeitig mit den
neuen Maschinenfabriken, die es ihren englischen Vorbildern, wenn auch
nicht so bald an Unternehmungsgeist und Kapitalkraft, so doch an
Gediegenheit und Vielseitigkeit gleich und zuvortun konnten, wuchsen
überall die technischen Hochschulen auf. Ihre ersten Erfolge
empfindet der junge Eyth schon am eignen Leibe, und ihre vollen
Triumphe beginnen sich erst in unsern Tagen zu entfalten, da die
Technik sich immer mehr zur Wissenschaft verfeinert und den alten
Praktikern, die sie geschaffen haben, längst entwachsen ist.
Gerade in der Zeit, in der Eyth seine Lehrjahre in den heimischen
Werkstätten durchlebte, setzte eine Rückströmung ein.
Es begannen aus der jungen deutschen Schule Ingenieure hervorzugehen,
denen ihre gründliche wissenschaftliche Vorbildung sogar in
England eine Überlegenheit sicherte, die bald gefühlt wurde
und den Schrei nach systematischem Unterricht auslöste, der noch


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