Hazard. Zweiter Band - Nataly von Eschstruth - Страница 1 из 238



von der Verfasserin von »Gänseliesel«,
»Polnisch Blut« &c.   Hermann
Costenoble Jena 1888 Erstes Kapitel
»Ihm ward zur Hut gegeben
Mein Glück und meine Ruh'!« Wilhelm
Hertz.   Fürstin Tautenstein
hatte nach Graf Goseck gefragt und sich den
»interessanten« Mann vorstellen lassen. Auch zu ihm flog
ihr Blick gleich sengendem Funken empor, aber wundersam, er
zündete nicht. Tief und sehr verbindlich neigte sich der Freund
Nennderscheidt's vor der sylphenhaften Erscheinung jenes Weibes,
welches seit zwei Jahren der Inbegriff all' seiner leidenschaftlichen
Sehnsucht, seines ehrgeizigsten Strebens gewesen war. Und nun
lächelte die Nixe Kalypso mit den weißen Zähnchen zu
ihm auf, und er schaute mit klaren, nüchternen Augen auf sie
nieder, wie auf einen Maskentand, welchen plötzlich helles
Sonnenlicht bescheint, es offenbarend, wie viel trügerische
Flittern man zuvor für echtes Gold genommen. Als der Hof
sich zum Thee zurückzog und Claudia am Arme des Prinzen Hohneck
die Loge verlassen hatte, um dem Großherzog mit silberhellem
Lachen zu versichern: »Baron Nennderscheidt sei ein mehr wie
origineller Mensch, man könne ihn wirklich nicht streng genug
halten! viel strenger und knapper noch, wie alle anderen
Staubgeborenen, und seine Frau? die repräsentire in bedauerlicher
Weise das Gänschen von Buchenau!« – da trat Goseck


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