Vom grüngoldenen Baum - Otto Ernst - Страница 1 из 127


               
  Das vierbeinige Geschenk Von zweierlei Ruhm
Die späte Hochzeitsreise Meine Damen! Die
Marienbader Kur Über den Umgang des Autors mit
Schauspielern Warnung vor der Sommerfrische
Das vierbeinige Geschenk. Auch ein Tagebuch. Sie besitzt
bereits einen ganzen Tierpark, unsere Jüngste, Tiere von Holz,
Stein, Leder, Papiermaché und Metall, kurz von allem
möglichen Material und in jeder erdenklichen Herstellungsart;
endlich aber läßt sich der Drang nach dem Lebendigen nicht
mehr zurückhalten, und zur nächsten Weihnacht will sie einen
wirklichen Hund haben. Roswitha, welch ein Begehren! Ich habe
die Hunde gern, soweit sie vier Beine haben, und soweit sie vier Beine
haben, scheinen sie diese Zuneigung auch zu erwidern; diese Tiere
haben wie die kleinen Kinder einen Instinkt für das Wohlwollen
– aber einen Hund als Hausgenossen –? Mein Weib und
ich erheben die ernstlichsten Sauberkeits- und Gesundheitsbedenken.
Wir erschöpfen unsere Phantasie in der Ausmalung kolossaler
Unannehmlichkeiten und Gefahren, die ein Hund mit sich bringen kann;
Roswitha sieht auch alles ein, wie es sich für ein
pietätvolles Kind geziemt, und wenn wir sie dann fragen, was sie
sich also statt eines Hundes wünsche, dann sagt sie: »'n
Hund.« Wir versuchen es anders herum: wir breiten vor ihrer


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