Der Nobelpreis - Paul Ernst - Страница 1 из 306


Schloß des Herrn von Brake ist schon berichtet; bei der letzten
wurde angedeutet, daß eine dritte Gesellschaft bevorstehe. Wir
wissen ja nicht, welche Beziehungen Herr von Brake zur schwedischen
Akademie der Wissenschaften unterhielt; wir möchten vermuten, gar
keine, immerhin hatte er richtig gewahrsagt, daß sein
Schwiegersohn den Nobelpreis bekommen werde. Die drei
Bücher, in welchen die Gesellschaften des Herrn von Brake
erzählt werden, sind ja drei Novellensammlungen. Novellen sind
Erzählungen von merkwürdigen Vorfällen, von
Vorfällen, welche niemals völlig durch den Verstand zu
erfassen sind und den unbegreiflichen Gewalten, mögen wir sie als
Zufall bezeichnen, als göttliche Leitung, oder als innern Trieb,
einen großen Spielraum lassen. Sie haben darin eine offenbare
Ähnlichkeit mit den Preisverleihungen. Indem wir nun einen
logischen Sprung machen, erklären wir, daß daraufhin die
Geschichte vom Nobelpreis ein angemessener Rahmen für den dritten
Novellenband ist. Wir brauchen es nicht zu begründen,
daß der Schwiegersohn des Herrn von Brake den Nobelpreis bekam,
der Preis ist eigentlich für Dichter bestimmt, welche durch ihn
von der lästigen Erwerbstätigkeit befreit werden sollen,
damit sie ganz ihrer Arbeit leben können, haben ihn nicht
wirkliche Dichter bekommen, wie Mistral, Pontoppidan und Heidenstam
– die beiden ersten freilich immerhin bloß zur Hälfte
– haben ihn die drei Männer nicht wirklich sehr gut


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