Der Tod des Cosimo - Paul Ernst - Страница 1 из 154


Bei Meyer & Jessen
Berlin Inhalt      
  Der Tod des Cosimo Der Dichter und die
Schauspielerin Aus den Aufzeichnungen des Musikers Das
Gespenst Das hölzerne Becherlein Die Venus
Ein Eid Der Tod des Dichters Manto und Sextilius
Die beiden Maler Die Liebe des Flibustierführers
Der Tod des Cosimo Es war in den Tagen, da
Cosimo de Medici starb, welcher der Vater des Vaterlandes genannt
wurde, daß die Bürger von Florenz blindlings dem Willen
Savonarolas gehorchten. Wie das alles so gekommen, war keinem recht
klar; Savonarola hatte schon lange von der Buße gepredigt und
von dem Tage des Gerichtes, und allmählich hatten ihm immer mehr
Menschen geglaubt, zuerst die Frauen und endlich auch die Männer.
Nun zitterten alle, wenn sie dachten, daß er predigen
würde, und wiewohl sie eine heftige Furcht vor seinen Worten
hatten, gingen sie doch zu jeder neuen Predigt, um jede neue Last
aufzunehmen, die er ihnen aufladen wollte. Auf der Piazza Signoria
hatte er einen großen Scheiterhaufen errichtet, zu dem brachte
ein jeder, was ihm das Teuerste war, um es zu opfern. Der
Scheiterhaufen schwelte, und nur ab und zu kamen kleine Flammen an ihm
hochgezüngelt. Der Wind trieb den Rauch nach der Seite des Arno
zu. Auf der anderen Seite stand auf einem Stuhl, der ihm als


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