Saat auf Hoffnung - Paul Ernst - Страница 1 из 300


angenehmen Landschaft Mitteldeutschlands; in seiner jetzigen Gestalt
ist er erst seit Mitte der achtziger Jahre des neunzehnten
Jahrhunderts entstanden. Das mit Buchen und Fichten bewachsene
kleine Gebirge läuft hier in eine weite fruchtbare Ebene aus. Das
Gebirge erhebt sich fast rund; der höchste Gipfel, welcher
ziemlich in der Mitte liegt, wird durch Basalt gebildet; an ihn
schließt sich Granit, und die Ausläufer bestehen aus
Sedimentgesteinen, Kalk und Sandstein. Man kann sich nach der
Entstehung vorstellen, daß im Innern des Gebirges schroffe
Abhänge sind, welche dann durch das Abfallen der Sedimente gegen
den Granit, das Abfallen des Granits gegen den Basalt gebildet wurden;
und daß die äußersten Berge nur eine geringe Neigung
haben. Da, wo zwei dieser äußersten Berge
zusammenstoßen und ein nach innen spitzes, nach außen in
die Ebene übergehendes Tal bilden, liegt unsere Ortschaft. Ein
kleiner Fluß zieht sich langsam in anmutigen Windungen durch das
Tal und vereinigt sich in der Ferne mit dem großen Strom, der
die weite Ebene durchfließt. Von alters her lagen in diesem Tal
zwei Güter mit zusammen etwa viertausend Morgen, von denen etwa
achthundert Ackerboden waren. Das obere Gut besaß eine Familie
Steinbeißer, das untere eine Familie von Medem. Die Wälder,
welche sich zu beiden Seiten fast von der Sohle des Tales die Berge
hochzogen, gehörten den beiden Gütern und dem Staat.


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