Der Gast, der mit der Fähre kam - Sven Elvestad - Страница 1 из 141


Roman   Im Verlag Ullstein / Berlin  
Einzig autorisierte Übertragung aus dem Norwegischen von

Marie Franzos I. Das
Fährhaus Es begann spät zu werden, und
man erwartete eigentlich nichts mehr von dem Abend. Die Stimmen
klangen zerstreut und hatten einen Ton von Müdigkeit, die
Gespräche waren jetzt schon mehrere Stunden zwischen den dicken
Eichenwänden polternd hin und her gegangen, man hatte sich
vielleicht nicht mehr viel zu sagen. Die Gewichte der Schlaguhr
surrten, und es schlug elf. Das war viel für diese Leute, deren
Tag um fünf Uhr früh in der Dunkelheit begann. Alle
lauschten den Schlägen, und nun starrten sie sich gegenseitig
prüfend an. Der Tabakrauch hing schwer in dem großen
Raum. Von der Paraffinlampe an der Decke, die unter einem
großen, grünlackierten Blechschirm brannte, rieselte das
Licht in die rauchgeschwängerte Luft und bildete Streifen wie der
Scheinwerfer auf dem Meere. Bis in die entferntesten Ecken der Stube
konnte das Licht nicht dringen, die lagen im Dunkel da, aber man
gewahrte undeutlich die Umrisse schweren, altväterischen
Hausrats. Gerade unter der Lampe stand der Tisch; er wurde der
Admiralstisch genannt, denn in längst entschwundenen Tagen hatte
er einem alten Seehelden gehört. Es war ein mächtiger Tisch,
mehrere Zoll dick, aus einem Stück gezimmert. Rings um die vier


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