Montrose - Sven Elvestad - Страница 1 из 254


I. Eine Frühlingsnacht
Schutzmann Nummer 314 steckte seine Signalflöte in die Tasche,
blieb regungslos stehen und spähte die Straße hinunter. Die
Uhr mochte ungefähr drei sein, es war eine ganz stille
Frühlingsnacht und ziemlich dunkel. Der Himmel war von schwarzen
Wolken bedeckt. Es hattehatte kürzlich geregnet, und die Luft war
von einem betäubenden Blumenduft aus den Gärten
gesättigt. Kein Wagenrollen und keine Schritte waren zu
hören. Die asphaltierte Straße stieg sanft an und
verschwand am Horizont. Zu beiden Seiten der Straße lagen
Villen, unter den duftenden Blüten der Fruchtbäume halb
begraben. Kein Licht in den Fenstern. Der Schutzmann lauschte noch
immer, während er einen bestimmten Teil der Straße im Auge
behielt, der von einem hohen und vornehmen Gitter aus Schmiedeeisen
begrenzt war. Dahinter ragte die Silhouette eines schlanken Kirchturms
zwischen den dunklen Kronen der Bäume hervor. Auch andere Teile
eines Gebäudes waren zwischen den Bäumen sichtbar, der
Schimmer von einer schönen Fassade, Bruchteile von Gesimsen und
ein Stück Mauer. Von hier draußen sah es aus, als ob ein
großer Herrensitz oder ein altes Schloß in der Stille des
Gartens hinter den dichten Eisenstäben des Gitters träumte.
Endlich ertönte der Laut von Schritten weiter hinten in der
Straße, die hastigen Schritte näherten sich, und der
lauschende Schutzmann nickte erfreut. Ein Mann kam angelaufen. Kurz


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