Übersetzungen englischer Gedichte [II] - (Hermann) Ferdinand Freiligrath - Страница 1 из 126


Band 8) Verschiedene [Dichter] Übersetzt von
Ferdinand Freiligrath
1846 Laetitia
Elisabeth Landon Der Spanische Page Er ein gefangner
Knabe, und sie ein Fürstenkind!
Gleichviel! sie spielten Spiele, arglos, wie Kinder sind.
Ihr Haar floß oft zusammen, sie gingen Hand in Hand,
Doch zuletzt gab goldne Lösung zurück ihn seinem Land.

O, lieblich ist Sevilla, wenn Sommerlüfte wehn:
Doch schön auch ist Xenilla, und prächtig anzusehn.
Wie sprühn die Silberdächer, wie glühn die Minaretts!

Um die Granatbaumgärten ein einzig Blütennetz! Doch
seine Pracht auch schwindet: ein Heer hat es umstellt;
In den Lüften weht das Rotkreuz, und das Horn der Christen
gellt.
In den Staub mit dir, du Feste, die im Sonnenscheine stand.
Deine singenden Silberquellen fülle Blut bis an den Rand!

Grimmen Sinns der Christenführer, eine Waise jung und kühn;

Seines Hauses Fall zu rächen, in die Feldschlacht zieht es ihn.

Er selbst einst war gefangen, bis ihn spanisch Gold befreit;
Es zurückzuholen hundertfach steht sein Kriegesvolk bereit.
Der Kampfruf scholl herüber, bis wo ein Mädchen lag.

Welkend wie alles Schöne; – ach, es währt nur einen
Tag!
Sie lag auf seidnem Kissen in stiller Träumerei;


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